Geschichte des Anwesens "Schloss Rheinburg"

 Die Rheinburg  und ihr Architekt

Im Jahre 1866 ließ Franz Arthur Rausch, 25jähriger Spross einer vermögenden Schaffhauser Handelsfamilie,  nahe der Ortschaft Gailingen, hoch  über dem nördlichen Rheinufer, das damals "Villa Rauschenberg" genannte  Landhaus im Stil der Neorenaissance errichten. Erbauer war einer der bedeutendsten Schweizer Architekten des mittleren 19. Jahrhunderts, der Züricher Leonhard Zeugheer. Von ihm stammen nicht nur zahlreiche repräsentative Villen für großbürgerliche Familien in Zürich und Umgebung, wie  etwa die nach ihrem Besitzer benannte, prachtvolle   "Villa Wesendonck" sondern  auch hervorragende öffentliche  Bauten der Stadt.

Die 1853 bis 1857 erbaute Villa Wesendonck ist heute als Museum Rietberg bekannt und jedermann zugänglich. Das Haus des deutschen Ehepaares Otto und Mathilde Wesendonck  erlangte Berühmtheit  als Treffpunkt der damaligen geistigen Elite  Zürichs : Richard Wagner, Gottfried Semper, Conrad Ferdinand Meyer, Gottfried Keller,  und andere waren hier häufig  zu Gast. Besonders eingenommen waren der reiche Seidenhändler Wesendonck und seine Gattin vom Komponisten Wagner, der 1849 als Flüchtling nach Zürich gekommen war. Sie stellten ihm und seiner Frau Minna ein unmittelbar neben ihrem Wohnsitz befindliches Fachwerkhaus zur Verfügung, das nun für 16 Monate  Wagners  "Asyl auf dem Grünen Hügel" wurde.

Mathilde Wesendonck, seine glühend verehrte Muse, nahm an Silvester 1857 aus seinen Händen die ihr gewidmete Kompositionsskizze von "Tristan und Isolde" entgegen. Zuvor hatte er fünf ihrer Gedichte vertont. Sie fanden als "Wesendonck-Lieder" Eingang in die Musikgeschichte. Das alles war zu viel für Minna Wagner. Es kam zum Eklat, der mit der Trennung des Komponisten von seiner Frau endete und im August 1858 zur fluchtartigen Abreise Wagners aus Zürich.

Im Jahr 1871 verkauften die Wesendoncks ihr Anwesen und zogen wieder nach Deutschland.

Doch zurück zu Leonard Zeugheer, dessen Architektur den Rahmen zu diesen dramatischen Ereignissen geliefert hatte. Er war in den 50er Jahren längst ein anerkannter Schöpfer großer Bauten.

Erster und bemerkenswertester  öffentlicher  Auftrag Zeugheers in Zürich war die zwischen 1836 und 1839 errichtete Kirche "Neumünster", die er wie fast alle seine Bauten im Stil der Neorenaissance  konzipierte. Dieser Bau, wie auch die Blinden- und Taubstummenanstalt, das Pfrundhaus und das neue Kantonsspital (zusammen  mit G.A.Wegmann) sicherten ihm Bekanntheit und Anerkennung.

Dominierendes Merkmal der Baukunst Leonhard Zeugheers ist der auf Palladio zurückgehende rationale klassizistische Baustil, wie er seit dem 18. Jahrhundert das Bild der großen europäischen Metropolen und selbst der "Neuen Welt" prägte. In einem Nachruf zu dessen Tode schrieb Carl F. von Ehrenberg, Mentor, Anreger, Beobachter, Lehrer und Organisator der  zürcherischen Architektur jener Zeit über Zeugheer :  "Der Verstorbene gehörte zu unseren ersten Architekten. Viele der schönsten und größten Bauten sind ganz oder teilweise sein Werk oder nach seinen Ideen ausgeführt. Neben feinem Geschmacke für die äußere Form, verstand er es vornehmlich, das Innere seiner Gebäude mit äußerstem Komfort und Luxus einzurichten."

Als letztes Bauvorhaben begann Zeugheer 1866 mit der Errichtung seiner eigenen Villa, "Bellaria" , im damaligen Zürcher " Prominentenviertel" Enge, am Westufer des Zürichsees, nicht weit von der Villa Wesendonck entfernt. Leider konnte  der Architekt diese Villa selbst nicht mehr bewohnen.  Am 16. September des  gleichen Jahres starb er 54jährig an den Folgen eines Herzschlages.

Im selben Jahr 1866 hatte er auch mit dem Bau der  Rheinburg in Gailingen  begonnen, die  in Form, Stil und Größe bis auf wenige Details als Double  der Bellaria bezeichnet  werden kann. Nach Zeugheers  plötzlichem Tode  führte der örtliche Bauleiter, der Schaffhauser Architekt Friedrich Hahn, die Bauarbeiten in Gailingen zu Ende.

Der Zufall wollte  es, daß im Jahr 1977, als die Restaurierungsarbeiten an der Rheinburg bereits in vollem Gange  waren, die Zwillingsvilla  "Bellaria" in einer Nacht- und Nebelaktion abgebrochen wurde. So erlitt das Wohnhaus  des Architekten das gleiche  traurige Schicksal , das vielen seiner Villenbauten beschieden war. Die Erben konnten oder wollten  die Last solch großer Liegenschaften nicht tragen, veräußerten den meist in privilegierter Lage befindlichen Besitz  und  gaben die  Gebäude  zum Abbruch frei.

Auch die Rheinburg erlebte eine wechselvolle  Geschichte , die Ende der 70er Jahre ebenfalls fast zum Abbruch dieses  außergewöhnlichen Zeugheerbaus  geführt hätte. Aber zum Glück sollte  es anders kommen.

Franz Arthur Rausch, der Bauherr der Rheinburg

Zweifellos gehörte er zur Jeunesse dorée seiner Heimatstadt Schaffhausen. Als er 1841 das Licht der Welt erblickte, wurde er in eine der reichsten Familien der Stadt hineingeboren. Sein Großvater, Johann Georg Rausch, der aus Holland  in die Schweiz eingewanderte Kaufmann wie auch sein Vater Johann Heinrich Rausch, besaßen in Westindien  große Baumwollplantagen, mit deren Produkten sie  erfolgreich Handel  trieben und so zu großem Wohlstand gelangten. Außer einem beachtlichen Vermögen vererbte Johann Heinrich Rausch 1869 seinem Sohn Franz Arthur  das Gailinger  Schloss in der Ortsmitte neben der Dorfkirche, ein eindrucksvoller Barockbau von ca. 1760, das der Erblasser 1843 zusammen mit großen Ländereien daselbst erworben hatte. Der junge Rausch verkaufte das Schloss aber noch im selben Jahr.

Hatte er sich doch der Realisierung eigener Baupläne im Stil der "modernen" Architektur zugewandt. Immerhin muß ihm das großherzoglich- badische Dorf, 10 km vor den Toren seiner Vaterstadt Schaffhausen, trotz seiner Abgeschiedenheit so reizvoll erschienen sein, daß er es als ideales Ambiente für seinen  der Muse und der Geselligkeit zugeneigten Lebenstil empfand.

Hans-Peter Mathis, Schweizer Denkmalpfleger und ausgewiesener Kenner des Zeugheer'schen Oeuvres sowie dessen sozio-kulturellen Umfeldes, erinnert in seinem Beitrag zur Rheinburg, ( erschienen 1986 in der Reihe "Unsere Kunstdenkmäler") an den 1906 im "Tageblatt für den Kanton Schaffhausen" veröffentlichten Nachruf auf den langjährigen Verwaltungsrat der "Bank in Schaffhausen" :  "Franz Arthur Rausch hatte als reicher Erbe seines Vaters und den Traditionen desselben folgend, weder Lust noch Neigung, dem stürmischen Geschäftsleben oder gar der Politik der zweiten Hälfte seines Jahrhunderts sich anheimzugeben. Er begnügte sich damit, dem Vaterlande seine Dienste zu leisten, seine Güter zu verwalten und seiner Familie vorzustehen."

In seine Gailinger Villa zog der junge Rausch noch als Junggeselle ein. Im Jahre 1869 heiratete er die Engländerin Alice May Scott Russel, deren Vater Architekt und Partner des berühmten Erbauers des Londoner Kristallpalastes, Sir Joseph Paxton war. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

" Vermutlich hat die ans Stadtleben gewöhnte Frau Alice Rausch das Landleben in der kleinen Hochrheingemeinde nicht sonderlich geschätzt. Daran mag auch die herrliche Aussicht auf die heute noch intakte Silhouette des mittelalterlichen Städtchens Diessenhofen und die barocke Klosteranlage des ehemaligen Dominikanerinnenklosters St. Katharinental nichts geändert haben. Mit ihren Blicken konnte sie den sich durch grüne Hügel schlängelnden Rhein verfolgen, welcher mit gemähchlichem Fluss der Stadt Schaffhausen entgegenzieht oder das monotone Stampfen des Schaufelraddampfers aus der Maschinenfabrik ihres Vaters hören, welcher im Sommer täglich vor der Villa vorbeifuhr."

So mutmaßt Mathis über die Gründe, welche die Familie Rausch bereits im Jahre 1880 veranlaßten, die Rheinburg aufzugeben, um sich endgültig am feudalen Familiensitz der Rauschs am Stokarberg in Schaffhausen niederzulassen, wo Vater Heinrich 1869 gestorben war.

Franz Arthur Rausch mußte die Zerstörung seines Elternhauses am Stokarberg durch einen angeblich irrtümlichen Bombenangriff der Amerikaner während des 2. Weltkriegs auf das rechtsrheinisch gelegene schweizerische Schaffhausen nicht mehr erleben.

 

Das Schicksal der Rheinburg

Am 13.  Juni 1882, also 2 Jahre nach seinem Wegzug, verkaufte Franz Arthur Rausch die "Villa Rauschenberg" mit Zubehör an den Gailinger Gemeinderat Simon Rothschild, sowie die Handelsleute Ludwig Rothschild, Maier Elias Moos, Joseph Veit Guggenheim und Jakob Bernheimer.

Die Kenntnisse über den weiteren Verlauf der Besitzergeschichte sind vor allem dem langjährigen Kreisarchivar Dr. Franz Götz zu verdanken. In seinem umfangreichen Werk "Gailingen – Geschichte einer Hochrheingemeinde"  dokumentiert er den 7-fachen Besitzerwechsel bis zum Jahr 1976, dem Jahr, in dem mein Mann und ich eine neue Epoche für den Zeugheerbau einläuteten.

Bereits fünf Jahre nach dem Verkauf der Rheinburg an die zuvor benannten jüdischen Bürger Gailingens, am 23. Juni 1887 , schlossen die neuen Rheinburgbesitzer mit Georg Sinner, Rentner in Überlingen, einen Tauschvertrag. Simon Rotschild und Genossen gaben Georg Sinner das Anwesen Rheinburg und erhielten dafür ein Haus mit Grundstücken in Überlingen.

Im Jahr 1891 weilte der Dichter Emil Strauß mit anderen Mitgliedern einer "vegetarianischen Ko-lonie" als Gast auf der Rheinburg. In seinem, 1924 – 33 verfaßten Roman "Das Riesenspielzeug " wird diese als "Schloss Rotsaal" bezeichnet. Gutbesitzer Sinner tritt uns im Roman als etwas lächerlicher Gastgeber namens Hasenstab entgegen. Unter seiner führungsschwachen und inkompetenten Leitung ist das lebensreformerische Projekt zwangsläufig zum Scheitern verurteilt.

Emil Strauß war ein hochgeschätzter Schriftstellerfreund Hermann Hesses, den er auf die Vorzüge der westlichen Bodenseelandschaft aufmerksam gemacht hatte. Hesse und seine Frau Maria zögerten nicht, sich im Jahr 1904 in dem Höridorf Gaienhofen niederzulassen, 20 heutige Autominuten von Gailingen entfernt. Dort, in dem einfachen Bauernhaus am Ufer des Bodensees, lebte der Dichter seinen Traum vom einfachen, naturverbundenen Leben in unberührter Natur auf dem Lande.

1912 , nach künstlerisch fruchtbaren Jahren, war der Traum ausgeträumt, Hesse zog es weiter in die Umgebung von Bern und, nach der Trennung von seiner Frau, in seine neue Wahlheimat Montagnola im Tessin.

Ausgeträumt war 1891 auch der Traum des Herrn Sinner auf der Rheinburg. Nach gerade 4 Jahren war seine " vegetarianische Kolonie" wirtschaftlich gescheitert und Sinner verkaufte das Anwesen um 100.000 Mark an Gustav Dahlmann aus Zürich. (Lasten 83.000 Mark,Rest des Kaufpreises 17.000 Mark )

Doch schon drei Jahre später, - welcher Teufel mag ihn geritten haben - am 3. September 1894, steigerte Georg Sinner das Gut für 60.000 Mark von seinem Besitzer Dahlmann zurück ( Lasten 184.000 Mark ), um sich knapp 7 Monate danach, im April1895, diesmal endgültig, von seinem "Riesenspielzeug" zu trennen.

Die neuen Besitzer, zwei Architekten namens Rudolf Herrmann und Fridolin Vivell aus Grünwinkel bzw. Karlsruhe,hatten mit der Rheinburg auch nicht viel im Sinn. Gerade zwei Jahre blieb die Rheinburg in ihrem Besitz, bevor sie die gesamte Liegenschaft einschließlich Inventar für 220.000 Mark an drei junge Klosterfrauen, Mitglieder des Lehrinstituts Notre Dame in Offenburg, verkauften. Die jungen Käuferinnen stellten es ihrem Offenburger  Konvent zur Verfügung als "Erziehungs-anstalt für Töchter aus höheren Ständen aller Länder".

Am 30. Mai 1912 verkauften die drei erwähnten Ordensfrauen das Anwesen Rheinburg an den Gailinger Arzt Dr.Heinrich J. Oberdörffer, der darin ein Sanatorium einrichtete, dieses aber wegen des Ersten Weltkriegs zunächst nur kurze Zeit betrieb. Nach dem Kriege konnte Dr. Oberdörffer das Sanatorium wiederum eröffnen. Bereits 1912 hatte er im Park vier Holzblockhäuser errichten lassen, weitere Neu- und Umbauten an Villa und Nebengebäuden wurden in den Jahren 1922- 36 ausgeführt. Dem Zeitgeist folgend, praktizierte und kurierte Oberdörffer im Sinne der Naturheillehre. Im bebilderten Prospekt des "Sanatoriums und Landguts Rheinburg" warb er für die Eckpfeiler seiner  Behandlung: Gesunde Ernährung mit Produkten des Landguts einschließlich der selbsterzeugten Milch von gutseigenen Kühen, tägliche Gymnastik, vorzugsweise im Freien, rythmische Übungen nach dem Takt von Musik oder mit Gesang , Bäder, Duschen, Massagen, Kompressen, Packungen.

An einem Südabhang erwartete die Kurgäste eine besondere " Einrichtung" für Luft- und Sonnenbäder, auch ein Bad im nahegelegenen Rhein sollte die Lebensgeister wieder wecken. Wellness zu Beginn des letzten Jahrhunderts!

Maximal 40 bis 50 Gästen konnten wahlweise in den Gästezimmern der Villa und ihrer Nebengebäude sowie in den luftigen Blockhäusern Platz logieren. Letztere waren sogar ganz besonders beliebt und fanden Eingang in die Nachkriegsliteratur : " Ferien vom Ich" war ein vielgelesener Roman, der auch verfilmt wurde, allerdings nicht am Originalstandort Rheinburg.

Am 22. September 1939 verkaufte der Sohn des Gründers, Diplom – Landwirt Walther Oberdörffer, das Sanatorium Rheinburg. Er hatte inzwischen ein viel größeres, landwirtschaftliches Gut im heutigen Tchechien erworben, das dann aber durch den weiteren Verlauf des 2. Weltkriegs für immer verloren war.

Die neue Käuferin der Rheinburg, Frau Eleonore  Johanna Carola von Opel, eine Enkelin des Gründers der Opelwerke in Rüsselsheim, beabsichtigte hingegen, das "Sanatorium Schloss Rheinburg" an der Grenze zur Schweiz, zusammen mit ihrem Mann Dr. Albert Egli weiterzuführen. Davon konnte natürlich angesichts der Kriegssituation keine Rede sein. Anstelle der reichen eidgenössischen Clientel, die man vor allem im Auge hatte, dienten die Rheinburggebäude  ab 1943 der Unterbringung von Evakuierten aus Mannheim.

1945 wurde ein Kinderheim eingerichtet, des weiteren fanden hier, im sogenannten "Kibbuz Dror" bis zu 100 befreite Juden, die traurigen Überlebenden eines schrecklichen Albtraums, zeitweilig Unterkunft.

1947 ging auch diese schwierige Zeit zu Ende und Frau von Opel sah sich nach einer sinnvollen Nutzung der Gebäude um. 1950 fand sie in dem Kölner Arzt Dr.med. Friedrich Schmieder einen Pächter, der das Anwesen zum Ausgangspunkt der stetig wachsenden Neurologischen Rehabilitations-Kliniken in Gailingen, Allensbach und Konstanz machte.

1975 wurde der Pachtvertrag nicht mehr verlängert, die Rheinburg stand wieder einmal zum Verkauf.

Lange Zeit fanden sich keine Interessenten, zu schlecht war der bauliche Zustand, zu groß und amorph der durch die vielen An- und Umbauten der Vorbesitzer verunstaltete Baukomplex. Frau von Opel und ein mit dem Verkauf beauftragter Verwandter erteilten schließlich einem Bauträger aus Stuttgart den Zuschlag, der bereits bei der Gemeinde die Genehmigung zum Abbruch eingeholt hatte.

Da dieser jedoch die Zahlungen nicht termingerecht leisten konnte, waren plötzlich und unerwarterterweise mein Mann und ich wieder die einzigen potentiellen Käufer.

Im November 1976 unterschrieben wir im Notariat Singen den Kaufvertrag. Die Würfel waren gefallen,und wir stürzten uns mit voller Kraft und Energie in das Abenteuer der Restaurierung der Rheinburg.

Die folgenden Wintermonate waren ausgefüllt mit der Suche nach einem geeigneten Architekten und ersten Planungen. Je mehr wir uns die Materie vertieften, desto klarer wurde uns, daß es darum ging, den originären  Zeugheerbau wieder herzustellen auf der Basis der noch vorhandenen Bausubstanz von 1866 und alle späteren An- und Umbauten zu entfernen.

In dem Konstanzer Architekten Herbert Schaudt fanden wir einen kongenialen Planer und Baumeister. Er besaß das Einfühlungsvermögen in die Formensprache seines illustren Vorgängers aber auch in die Bedürfnisse der neuen Bauherrschaft.

Sowohl das Landesdenkmalamt als auch die Denkmalstiftung des Landes Baden-Württemberg gewährten uns Zuschüsse und umfassende Beratung durch Denkmalpfleger Becker.

Auch der Denkmalpfleger des Kantons Thurgau, Hans-Peter Mathis, vermittelte uns wichtige Erkenntnisse über Leonhard Zeugheer und seine Architektur. Von großem Wert war der durch ihn vermittelte Zugang ins baugeschichtliche Archiv in Zürich, wo die Baupläne Zeugheers konserviert werden. Auch zeigte er uns die noch real vorhandenen Zeugheerbauten in Zürich, Winterthur und Cham. Nicht zuletzt ist es ihm zu verdanken, daß die originale, reich geschnitzte Haustüre der Rheinburg wieder an ihrem ursprünglichen Platz eingebaut werden konnte. Er hatte sie zufällig im Holzlager eines alten Schreiners im Thurgau entdeckt.

Am 1. März 1977 wurde die Rheinburg zur Baustelle, sie sollte es 3 Jahre lang bleiben bis zum Tag unseres Einzugs am 18. April 1980.

 

Das gesamte Anwesen genießt seither als "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung" Denkmal- und Umgebungsschutz, so daß davon auszugehen ist, daß die Rheinburg als perfektes Beispiel der Villenarchitektur des vorletzten Jahrhunderts erhalten bleiben wird.

Ökonomiegebäude