Geschichte des Weinbaus "Schloss Rheinburg"

Die Gründung des Weinguts

Mein Mann und ich waren Ende der 70er Jahre nicht ausgezogen  um ein Weingut am Bodensee oder am Rhein zu gründen ! Eine landwirtschaftliche Tradition hatte es in unseren beiden Familien zwar durchaus gegeben. Die Vorfahren meines Mannes waren sowohl väterlicher wie mütterlicherseits in der Pfalz beheimatet, meine eigene Familie seit Generationen in der Bodenseeregion bzw. im Kraichgauer Weinland Nordbadens zuhause. Auch gab es Affinitäten zum Wein, die vor allem darin bestanden, diesen bewußt, mit Sachverstand auszuwählen und zu genießen.

 

Wenn ich die nachfolgenden Fakten hier festhalte, dann spreche ich von einer Epoche, die im März 2003 durch die Verpachtung unserer Weinberge an den Markgrafen von Baden in Salem ein frühes, für viele unserer treuen Weinkunden allzu frühes Ende gefunden hat. Das Weingut "Schloss Rheinburg" war eine Institution in unserem Raum und weit darüberhinaus geworden, und  nicht wenige empfanden unser persönliches Abtreten von der Bühne des Weins als Verlust.

Mit diesen Worten greife ich der Schilderung der Entstehungsgeschichte bzw. ihres Endes weit voraus und werde im weiteren bemüht sein, die Reihenfolge einzuhalten.

Ein ländliches Umfeld hatten wir Ende der 70er Jahre tatsächlich gesucht, in schöner Gegend mit Aussicht und größerem Umschwung. Dies vorzugsweise in meiner südbadischen Heimat. Die Rheinburg war eine Trouvaille. Sie vereinigte alle Vorzüge von bemerkenswerter Architektur, unberührter Natur, reicher, sie umgebender Kultur, von Stadtnähe und Abgeschiedenheit, sie war Herausforderung und wurde Lebensaufgabe.

Die Conditio für ihre Verfügbarkeit war der absolut desolate Zustand, in dem sich sowohl die Gebäude als auch der Park und die landwirtschaftlichen Flächen befanden.

"Reif zum Abbruch", hatte ein kaufwilliger Investor entschieden, und die Verkäuferin sowie die Gemeindevertreter hatten dem zugestimmt.

Erst nach dem Rückzug dieses Interessenten, den Frau von Opel, nach längerer, ergebnisloser Suche gefunden hatte, kamen mein Mann und ich zum Zuge.

 Wir hingegen dachten nicht an Abriß, sondern an Restaurierung. So wie der Erbauer, Franz Arthur Rausch aus Schaffhausen und sein Zürcher Architekt Leonhard Zeugheer sie konzipiert und 1866 realisiert hatten, so sollte die Villa mit ihren Nebengebäuden wiedererstehen. Daß auch die Gestaltung der Umgebung diesen Prämissen  zu folgen hatte, war ebenfalls klar.

 Die Restaurierungsarbeiten waren seit März 1977 in vollem Gange, als plötzlich, aus buchstäblich heiterem Himmel, der "Genius Loci" wirksam wurde. Diese, mal sanft, mal steil zum Rhein abfallenden zum Rheinburgareal gehörenden Hänge, auf denen ein Herde sogenannter "Deutscher Schwarzkopfschafe" friedlich graste, und die spätsommerliche Mittagsonne eine unbeschreibliche Hitze hervorrief, schienen für eine Rebanlage wie geschaffen. Es duftete nach

wilden Brombeeren, Kräutern und Heu, und am fernen Horizont, drüben im schweizerischen Thurgau, sahen wir unterhalb des bewaldeten Moränenhügels die schönen Weinberge von Stammheim  herübergrüßen.

Ja, natürlich, sagten einige Altgailinger, hier, um die Rheinburg herum bis hinunter zum Rhein, standen früher Reben. In dem verfallenden Fachwerkhaus am Fuße der Hänge, Trotte genannt,  wurden die Trauben gekeltert und die Weinfässer mit Pferdefuhrwerken über die Holzbrücke nach Diessenhofen ins Kloster Katharinenthal gefahren. Die Nonnen dort waren auch die Besitzerinnen der Weinberge gewesen, jahrhundertelang.

 Das war`s. Wir waren enthusiastisch. Reben wollten wir an dieser Stelle pflanzen und die alte Weintradition wieder aufleben lassen.

 

Die Vorgeschichte des Weinbaus in Gailingen

 Das Vorhandensein von Weinbergen in Gailingen wird zwar erstmals durch eine Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1275 dokumentiert, aber die Vermutung liegt nahe, daß zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrhunderten Weinbau betrieben worden war.

Die Eroberung Germaniens durch die Römer war vom Bodenseegebiet aus erfolgt und einer, der um das Jahr 370 errichteten  zahlreichen römischen Wachtürme entlang des Rheins, befand sich in dem Thurgauischen Städtchen Dießenhofen, Gailingen gegenüber.

Die Alemannen, die sich ab dem 5. Jahrhundert beidseits des Rheins niedergelassen hatten, führten wahrscheinlich ebenso wie die Franken, die zu dieser Zeit die Oberhohheit über das Alemannenreich ausübten,- bei aller vorherrschenden Präferenz für das Bier-   die Weinkultur der Römer fort. Auch das Vorhandensein zahlreicher Klöster am Gestade von Bodensee und Hochrhein spricht für eine entwickelte Weinkultur vor dem genannten Zeitpunkt.  Allein auf der kurzen, ca. 25 km langen  Strecke zwischen See-Ende und Schaffhausen gab es deren sechs, aller Ordensrichtungen, nämlich Öhningen, Stein am Rhein, Wagenhausen, Katharinenthal, Paradies, Schaffhausen. Nicht nur diese, auch die Klöster von St. Gallen, Konstanz und der Reichenau hatten in vielen Dörfern des heutigen Landkreises Konstanz  Höfe und Besitztümer,  auch in Gailingen.

Um das Jahr 900 waren in über 20 Dörfern des Hegaus nachweislich Weingärten vorhanden, und um 1500 war der Bodenseeraum eines der größten Weinbaugebiete Deutschlands. Die Stadt Schaffhausen war zwischen Rebbergen förmlich eingebettet, der Weinzoll machte neben dem Salzzoll den wichtigsten Posten der städtischen Einnahmen aus.

 

MERIANSTICH SCHAFFHAUSEN

Die gesamte Gailinger Rebfläche betrug um 1873, also ungefähr zur Zeit der Erbauung der Rheinburg, 35 ha, 1904 waren davon nur noch 27 ha bestockt, die dann 1968 auf 0,5 ha zurückgegangen waren. Keine  der einstmals vorhandenen Trotten und Privatkeltern war mehr in Betrieb, und bis auf vier- darunter die Trotte am Fuße der Rheinburg-, sind sie inzwischen leider alle aus dem Ortsbild verschwunden.

Das Gut Rheinburg umfaßte zur Zeit seines Gründers, Franz Arthur Rausch, ca. 100 Hektar, darunter eine größere Waldfläche, aber der Anteil des Weinbergbesitzes  dürfte erheblich gewesen sein. Hatte doch der Vater von Arthur Rausch, Johann Heinrich, in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts das im Dorfzentrum befindliche herrschaftliche Liebenfelsische Schlößchen mit all seinen Besitzungen erworben und war damit größter privater Grundstückseigentümer am Ort.

Die sehr wechselhafte Geschichte der Rheinburg, die zahlreichen Besitzer und Nutzungen im Laufe der folgenden 100 Jahre, waren weder für die Substanz der architektonisch wertvollen Gebäude noch für den Erhalt und die Pflege der Weinberge , Obstgärten, Äcker, Wiesen und Wälder sonderlich dienlich.

Als mein Mann und ich im November 1976 das knapp 30 ha große Anwesen von Frau Eleonore von Opel kauften, hatte die Natur sich überall wieder zu ihrem Recht verholfen. Es gab seit langer Zeit keinen einzigen Weinstock mehr und nur noch wenige verwahrloste Obstbäume

Frühjahr 1977 : Wir treffen die ersten Vorbereitungen

Am 1. März  1977, zeitgleich mit dem Beginn der Abbruch-, Bau- und Renovierungsarbeiten an sämtlichen Gebäuden, starteten wir auch mit den Vorbereitungen für die Rekultivierung der Wein- und Obstanlagen. Die Universität Hohenheim erstellte in unserem Auftrag ein Standortgutachten, das die günstigen Vorrausetzungen für die beabsichtigten Kulturen bestätigte. Bedingt durch den damaligen Anbaustop  für Reben, konnten wir zwar die 6 ha große Obstplantage in den ebenen oder wenig geneigten Flächen schon im Herbst 1978 erstellen,  die Anpflanzung der Wein-berge verzögerte sich jedoch bis zum Frühjahr 1981, als uns endlich die notwendige Genehmigung für eine Neuanlage vorlag..

Diese Zeit benötigten wir auch dringend für die notwendigen theoretischen Überlegungen  und praktischen Vorbereitungen. Weder mein Mann noch ich hatten einschlägige Weinbaukenntnisse, ebensowenig übrigens wie die beiden ersten Betriebsleiter, die wir nacheinander eingestellt hatten.

Zum Glück fanden sich sachkundige Berater, unter anderem die verschiedenen staatlichen Beratungstellen,  aber auch  Winzer, Rebveredler, Kellermeister und Weinhändler. Eine große Zahl wertvoller, praktischer Hinweise erhielten wir von einem Freund meiner Familie aus Meersburg, dem langjährigen Leiter der dortigen Staatsdomäne, Herrn Direktor Adams. Entscheidend waren auch Angaben und Empfehlungen, die wir  den Fachbüchern "Weinbau" von Vogt/ Götz, "Der Deutsche Wein" von Ambrosi/ Becker, der Publikationsreihe über Anbau und Kellerwirtschaft des Fraund- Verlags sowie den diversen monatlich erscheinenden Fachzeitschriften entnommen hatten.

Einige weinbauliche Details zu Klima, Lage, Böden

Der Vorteil der südlichsten Lage Deutschlands wird am Hochrhein wie im ganzen Bodenseegebiet durch die Höhenlage des Voralpenlandes weitgehend aufgehoben. Unsere Weinberge liegen 420 m über dem Meer, für Reben eigentlich eine Grenzlage.

Ausgeglichen wird dieser ungünstige Umstand  in der Lage "Schloss Rheinburg" durch mehrere  positive Faktoren :

Der bewaldete, sich in Ost-West- Richtung erstreckende Rauhenberg (627 m ) schützt Gailingen vor rauhen Nordwinden. Voll nach Süden abfallend, werden die 30 bis 45 Grad steilen Weinberge durch die weite und unbehinderte Öffnung ins Rheintal gut durchlüftet, Kaltluft fließt ab, warme Aufwinde gewährleisten das Abtrocknen der kompakten Burgundertrauben. Zur Fäulnisvermeidung während der Reife tragen auch warme Föhnwinde im Spätherbst bei. Treten sie im Frühjahr auf, verlängern sie die frostfreie Vegetationszeit, was die Trauben durch höhere Öchslegrade danken. Die absoluten Temperaturen sind am Bodensee und Hochrhein im allgemeinen eher ausgeglichen und gemäßigt, was für Burgundersorten durchaus positiv ist. In den wirklich heißen Weinbauzonen dieser Erde wird man in der Regel keine Burgunderreben finden. Die Zahl der Sonnenscheinstunden im Jahr und in der Zeit von April bis Oktober sind fast gleich  hoch wie in Freiburg, die mittlere Jahrestemperatur ist allerdings um  ca. 2 Grad niederer. Allgemein konnte unsere Weinbauzone sehr von der seit den 90er Jahren einsetzenden Klimaerwärmung profitieren. Die Rebe ist und bleibt ein Kind der Sonne!

Was die Niederschläge betrifft, so waren sie in den letzten Jahren oft zu gering. Teilweise ließ uns dieser Umstand schon an eine künstliche Bewässerung denken, wie sie in vielen Weinbaugebieten praktiziert wird. Einem extrem trockenen Jahr, wie etwa 1992, folgten dann glücklicherweise "normale" Jahre, in denen sich die Weinbergsböden wieder vollsaugen konnten.

A propos Böden : Kalkhaltig, leicht erwärmbar  und gut wärmehaltig sind sie, unsere eiszeitlichen Moräneböden. Der hohe Kies- und Sandanteil bewirkt außerdem ihre gute Durchlässigkeit, Reben mögen keine Staunässe.

Pflanzung der Reben, Bewirtschaftung und Erweiterung der Rebflächen

Aus persönlicher Vorliebe, wegen den Besonderheiten des Klimas, der Kalkhaltigkeit der Böden und  unter Berücksichtigung der für den Bodenseebereich typischen und klassifizierten Sorten,  entschieden wir uns für den ausschließlichen Anbau verschiedener  Burgundersorten : das waren zunächst, im Frühjahr 1981, Blauer Spätburgunder und Weißburgunder. Nach mehreren Flächenerweiterungen im Laufe der folgenden Jahre, folgten Chardonnay, Auxerrois und Grauburgunder. Als kleine Kontrastsorte kam ab dem Jahr 2000 die Bukettsorte Sauvignon hinzu. Zuletzt umfaßte die gesamte Weinbaufläche  9 Hektar.

Der Zeilenabstand betrug 2,20 m, der Abstand in der Zeile 1,20 m, also pro Rebe 2,64 qm Standfläche. Die dauerbegrünten Zeilen waren mit dem Weinbautraktor der Fa. Holder im Direktzug zu befahren. Als Erziehungsart für die Reben am Drahtrahmen wählten wir den Flachbogen bei einem Anschnitt von 6 bis 8 Augen pro qm.

Bei der Bewirtschaftung wiesen wir unsere Verwalter an, die Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes zu beachten. Das bedeutete insbesondere Düngung nach Bodenprobe und Bedarf, aber auch Zurückhaltung bei den Spritzungen..

Der Laubarbeit und dem geziehlten Ausdünnen der Trauben Ende August Auf diese Weise wurde die Erntemenge durch gezieltes Ausbrechen von Trauben reguliert. Der durchschnittlich angestrebte Hektarhöchstertrag lag bei 60 hl, wurde aber meistens unterschritten, besonders in trockenen Jahren.

 

 

Die Weinlese

Da unser Weinberg anfänglich nur eine Fläche von 2,3 ha umfaßte, sahen wir zunächst von der Einrichtung einer eigenen Kellerei zum Ausbau der Weine ab. Diese war und blieb aber immer Fernziel, das wir nicht mehr realisieren konnten.

Nach gründlicher Suche hatten wir inzwischen die Spitalkellerei in Konstanz als  den für unsere Ausbauwünsche geeigneten Partner ausgewählt.

Dieser städtische Weinbaubetrieb war mit 20 ha eigenen Rebbergen relativ klein und überschaubar, so daß eine individueller Ausbau unserer Weine gewährleistet war. Dem damaligen Leiter und Kellermeister   der auf eine über 700jährige Tradition zurückblickenden Spitalskellerei, Herrn Steckeler, wurde in Fachkreisen hohe Könnerschaft bescheinigt.Nicht nur teilte er unsere Vorstellungen über einen naturnahen, trockenen Ausbau und war bereit, unsere diesbezüglichen Vorgaben und Wünsche zu erfüllen. Er war auch selbst davon überzeugt daß die Lage "Schloss Rheinburg" eine der besten des ganzen Bodenseegebiets war, und er und seine Mitarbeiter eine hohe Verantwortung für das von uns erwartete Ergebnis trugen. Auch für die nach seiner Pensionierung für uns tätigen Kellermeister in der Spitalkellerei war die Vinifizierung der Rheinburgweine immer eine besondere Herausforderung und Freude.

Im sonnenreichen Oktober 1983 stand also unsere allererste Weinlese an.

Zur Ermittlung des optimalen Erntezeitpunkts kontrollierten mein Mann und ich persönlich permanent die Zucker- und Säurewerte im Weinberg, eine Praxis, die wir beibehalten sollten. Die Lese des Weißburgunders setzte üblicherweise in der ersten bis zweiten Oktoberhälfte ein, es folgten die weitern Weißweinsorten, als letztes kam der Blaue Spätburgunder an die Reihe.  Dessen  guter Gesundheitszustand erlaubte es uns immer,den Erntezeitpunkt auf die letzte Oktoberwoche, ja sogar auf die erste Novemberwoche zu verschieben. Gelesen wurde nach Möglichkeit nur nachmittags, wenn Nebel und Feuchtigkeit durch die warme Herbstsonne abgetrocknet waren.Dieses Prinzip konnten wir später, als die anfallenden Traubenmengen größer wurden, nicht mehr durchhalten. Durchschnittlich 20 bis 25 Erntehelfer waren im Einsatz, darunter 4 Büttenträger. Dieses Personal, Männer und Frauen,  rekrutierten wir im Dorf, manche kamen über viele Jahre. Nicht wenige italienische  Mitbürger waren darunter, aber auch Polen, die im Laufe der Jahre immer zur Erntezeit  den Weg  zu uns nach Gailingen fanden. Alle schätzten sie es, ein gutes Mittagessen aus der Gutsküche vorgesetzt zu bekommen, und am Ende der Lese gab es immer eine kleines Fest. Salvatore, unser langjähriger italienischer Mitarbeiter, war immer voll im Einsatz, rangierte die Erntezüge an die richtige Stelle und fuhr die schwer beladenen Wagen mit den vollen Traubenbehältern in den Hof der Rheinburg, wo sie am Abend des Erntetages auf den angemieteten Lastwagen gehiewt wurden.

Die gesamte Weinlese erstreckte sich meist über 3 - 4 Wochen. Vor allem beim Einmaischen der Rotweintrauben galt es, die technischen Möglichkeiten der Spitalkellerei zu berücksichtigen.Nur einmal wöchentlich war ein Spezialgärtank für unsere Anlieferung frei und  konnte erst nach dem Abpressen der Maische wieder beschickt werden..Beim Weißwein ging es darum, die Edelstahltanks im Keller immer spundvoll zu machen, die abgelieferten Traubenmengen mußten also auch hier dem verfügbaren Tankraum angemessen sein. Nicht  zuletzt sollte auch die Stellfläche des teuren Lastwagens ausgenutzt werden, jede Fuhre in die Kellerei nach Konstanz wurde pauschal vergütet, unabhängig vom Frachtgewicht. Unmittelbar nach dem Eintreffen des Traubenguts in der Kellerei wurde dort mit dem Absaugen, Entrappen und sanften Mahlen der Trauben begonnen.und die Gärung eingeleitet.

 

Die Weinbereitung

Um mit Fontane zu sprechen : "Das ist ein weites Feld", das ich bei anderer Gelegenheit beackern  möchte. Nur so viel ist sicher. Alle Beteiligten, wir auf der Rheinburg und die Kellermeister in Konstanz, haben in den 20 Jahren dazugelernt und ein Ende des Lernprozesses war noch lange nicht in Sicht. Immer öfter konnten wir jedoch mit den Ergebnissen unserer gemeinsamen Bemühungen zufrieden sein.Und auch unsere Kunden sahen das so.

Die "Rezeption" der Rheinburgweine : Fachpresse und  Kunden

Es war eine Erfolgsgeschichte, die 2003 noch nicht zu Ende geschrieben war. Die Fachpresse war beeindruckt von dem Newcomer. Gleich der erste Rotwein, eine Burgunderspätlese des Jahrgangs 1983er, wurde von einer Jury unter Leitung des bekannten Weinjournalisten und Herausgebers der Zeitschrift "Alles Über Wein" ausgewählt für die "Vinothek" der Lufthansa und deren Erste- Klasse- Passagieren hoch in den Lüften kredenzt 

Wolfram Siebeck  rief 1984 an und vermeldete, er habe einen köstlichen Rotwein im Restaurant Waldhorn in Ravensburg getrunken. Johann Willsberger, der Ästhet unter den Weinjournalisten widmete unserem Weingut 1986 einen vielbeachteten Artikel in seiner wunderbaren Publikation "Gourmet". Der Weißburgunder hatte es ihm angetan, der angeblich mit dem des bekannten Weinguts Franz Keller verglichen werden könne.

Die Foodjournalisten Martina Meuth- Bernd Neuner-Duttenhofer nahmen uns 1988 als eines von 5 vorgestellten Weingütern in ihren Bildband "Baden" in der Reihe "Kulinarische Landchaften" auf, Mario Scheuermann, der Hamburger Weinjournalist, in die Liste seiner besten deutschen Weingüter. Weitere Besprechungen folgten in den Folgejahren u.a. in der Welt am Sonntag, in "Alles Über Wein", im Bodenseemagazin, im Golfjournal, in Ullrich Sauters "Weingüter am Bodensee". Paula Bosch, die bekannte Sommelière des Restaurants Tantris in München schwärmte 1999 in ihrem Weinführer "Auslese" von unserem Auxerrois. Im gleichen Jahr wurde Schloss Rheinburg beim "Hamburger Weinsalon International" als "Entdeckung des Jahres gefeiert. Reussiert hatte vor allem unser im Barrique ausgebauter Weißburgunder 1998. Es folgten Fernsehauftritte, Weinproben in renommierten Restaurants, Weinfeste und Degustationen im Weingut oder in unserer inzwischen restaurierten Trotte.Die Aufnahme in den Weinführer des "Feinschmeckers" ab dem Jahr 2000 war eine weitere Anerkennung, die 2001 durch die Klassifizierung als bestes Bodenseeweingut in der Jubiläumsausgabe von "Alles Über Wein" noch überboten wurde. Wir sahen uns damit zu unserer großen Zufriedenheit in die Liste der "Weltklasse der Weinerzeuger"  katapultiert.

Positive Berichterstattung durch die Fachpresse war zwar schön und gut für das  Image der Weine, wichtiger aber war die immer größere Akzeptanz in der gehobenen Gastronomie und bei unseren Privatkunden, die gerne selbst den Weg zur Rheinburg fanden und die Weine vor Ort verkosteten.

Die Verpachtung der Rebanlagen im Jahre 2003 an die Weingüter des Markgrafen von Baden bietet nun die Gewähr, daß unser Qualitätsstreben auch in Zukunft fortgeführt wird und das Label "Schloss Rheinburg" allen Weinfreunden den gewohnten Genuß bereitet.